Lobbyarbeit und Einflussnahme erfolgen in Deutschland durch sachorientierte Beratung. Diese folgt klaren Spielregeln, die die Politik vorgibt. Die Einflussnahme zu allen wirtschaftspolitischen und sozialpolitischen Themen erfolgt über die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft. Diese sind BDA, BDI, ZDH und DIHK. Die Fachverbände werden von der Politik zu derartigen Fragen i.d.R. nicht gehört. Fachverbände spielen bei der Interessenvertretung nur dann eine Rolle, wenn es sich um ganz spezifische politische Angelegenheiten handelt, die ausschließlich die jeweilige Einzelbranche betreffen.
Der bvdm bezieht bei allen sozialpolitischen und wirtschaftspolitischen Themen Stellung, und zwar im Rahmen der Mitarbeit bei der BDA und früher beim BDI. Die Meinungsbildung der Spitzenverbände erfolgt über deren Ausschüsse, in denen der bvdm mitarbeitet und die Position der Druckindustrie einbringt. Dies geschieht nicht immer in der Person des Hauptgeschäftsführers des bvdm, sondern oftmals auch in der Person spezialisierter Fachreferenten. Beispielsweise in Sachen betriebliche Altersversorgung und Arbeitszeitgestaltung, beim Datenschutz, bei Kurzarbeit und Altersteilzeit, in der Umweltpolitik, in der Bildungspolitik, in der Steuerpolitik, u.v.m. Der jeweilige Spitzenverband bringt die Position des bvdm bei seiner Lobbyarbeit mit ein.
BDA und BDI haben eine gemeinsame Kooperation beschlossen, sodass die Einflussnahme des bvdm über die BDA-Mitgliedschaft auch in wirtschaftspolitischen Fragen sichergestellt ist. Darüber hinaus hat der bvdm in der Wirtschaftspolitik die handwerkliche Schiene verstärkt und bringt seine Positionen in die Arbeit des ZDH ein. Außerdem arbeitet der bvdm in Fragen der Werbung schon immer sehr intensiv mit dem ZAW zusammen.
Das Gleiche gilt im Prinzip für die Interessenvertretung auf europäischer Ebene. Als stärkster Mitgliedsverband von INTERGRAF bringt der bvdm dort seine nationalen Interessen ein, die dann von INTERGRAF bei spezifischen Themen der Druckindustrie direkt mit der EU-Kommission diskutiert werden.
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